Biographie - ll

BIOGRAPHIE - ll

 

 

Auch meine Mutter hatte schon als Kind die Fähigkeiten „zu sehen“, z.B. tödliche Unfälle von Rönsahlern. Auch besaß sie die Fähigkeiten zu heilen. Diese hat sie aber bis zum Erwachsenenalter verloren.

Einmal erzählte sie mir von dem Tod (1936) ihrer Mutter, dass da ein Engel an ihrem Bettchen erschienen und ihr erzählt habe, dass ihre Mama gestorben sei und er ihre Mama jetzt mit in den Himmel nehmen würde. Sie war damals 5 ½ Jahre. Als man/frau ihr am nächsten Morgen sagen wollte, dass ihre Mama gestorben sei, hat sie geantwortet, dass sie es schon wüsste. Die Erwachsenen haben ihr das mit dem Engel nicht geglaubt.

Ihr ging es damals wie mir...

 

Ich vermisse meine Mutter sehr, liebe sie unendlich und bin ihr sehr dankbar für die Erfahrungen, dir sie mir geschenkt hat. Das gleiche gilt auch für meinen Bruder Rolf.

 

 

 

 

Mit 15 wurde mir gezeigt, wen ich mal heiraten würde. Ich habe es aber nicht geglaubt, da ich immer gesagt habe, dass ich niemals heiraten und auch keine Kinder bekommen werde – kurz nach meinem 17ten Geburtstag habe ich genau diesen Mann dann geheiratet.

An einem Freitag, den 13.Oktober 1978, trennte ich mich von ihm. An diesem Tag erzählte mir meine Mutter, dass sie und mein Vater sich auch an einem Freitag, den 13.Oktober, getrennt hätten.

(Bild: Dez. 1978 - zu dieser Zeit stand ich kurz vor einer Magersucht)

 

Ich wusste, dass dieses Datum eine Bedeutung für mich hatte und dass es keine Zufälle gab. Erst gegen Ende der 2010er Jahre sollte ich die Energie dieses Datums erfahren, denn irgendwann an einem Abend sah ich im Fernsehen einen Bericht von den Templern, die mich irgendwie faszinierten. Unter anderem berichteten sie, dass am Morgen des 13. Oktober 1307 die Verhaftung der Templer erfolgte – und es war ein Freitag. Ich muss aber dazu sagen, dass Freitag der 13te für mich kein Unglückstag ist.

 

 

 

 

 

1981 heiratete ich zum zweiten Mal. Auch dieser Mann wurde mir schon vor meiner ersten Ehe gezeigt. 1979 stellte er mich vor die Wahl: Entweder er oder mein 2 ½ jähriger Dackel Danny.

Danny hatte ich mit 7, 8 Wochen bekommen und er vertraute mir blind. Ich habe Danny dann in ein Tierheim gebracht – dies hat mir damals mein Herz gebrochen – habe heute noch das Bild vor meinen Augen, als er mit dem Tierheimmitarbeiter, vertrauensvoll mitging, er vertraute mir ja, diesmal jedoch mit dem Unterschied, dass ich ihn nie wieder abgeholt habe (Bild: die letzten Weihnachten mit Danny).

Heute weiß ich, dass an diesem Tag auch meine Liebe zu diesem Mann angefangen hat zu bröckeln. Sollte mich nochmal jemand vor solch eine Entscheidung stellen, ich würde mich für das Tier entscheiden!!!

Hätte ich 3 Wünsche frei, um Entscheidungen in meiner Vergangenheit zu ändern, so würde ich diese Entscheidung korrigieren. Doch ich weiß auch, dass alle meine Entscheidungen mich genau zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin – so schmerzhaft auch die Entscheidungen waren.

 

Meinen zweiten Mann P. lernte ich 1978 bei der Firma Böckelt in Gogarten näher kennen. Ich hatte dort im Sommer in der Stanzerei angefangen zu arbeiten. P. war dort Maschineneinrichter. Irgendwann im Spätsommer funkte es dann zwischen uns und irgendwann trafen wir uns halt auch nach der Arbeit.

Ich habe mich dann im Oktober von meinem ersten Mann getrennt. P. war nur der Auslöser für die Trennung, nicht jedoch der Grund für diese. Ich zog zu meiner Mutter und hatte dann auch sehr schnell eine winzige Wohnung in Klaswipper. So kam dann P. jeden Abend zu mir.

Ja, ich weiß, er hatte Frau und Kind, doch er war ziemlich unglücklich, denn wenn er das nicht gewesen wäre, hätte er sich nicht mit mir eingelassen. Auch wenn jetzt jemand etwas anderes behauptet.

 

 

Dann kam der verhängnisvolle Tag Mitte Dezember 1978.

P. hatte verschlafen und damit er noch pünktlich zur Arbeit kommen würde, nahm er eine Abkürzung durch den Wald. Diese Straße wurde von sehr vielen in der Umgebung genutzt, obwohl sie für Autos gesperrt war.

Mehrere Arbeitskollegen und ich waren schon in der Stanzerei, als P. zusammen mit einem Arbeitskollegen um 6:59 Uhr reinkam und sie ihre Karte stempelten. P. erzählte, dass er auf der Straße einen offenen Regenschirm und eine Handtasche hätte stehen sehen. Dies hatte er auch schon draußen dem Arbeitskollegen erzählt. Dieser hatte jedoch gemeint, sie sollten erst einmal rein gehen um abzustempeln und im Betrieb Bescheid zu sagen. Dann fuhren die beiden an diesem verregneten Morgen nochmal los, um nachzusehen, ob etwas und was passiert sei. Als sie zurückkamen, berichteten sie, dass sie in der Handtasche nach einem Ausweis o.ä. geschaut hätten und sie festgestellt hätten, dass ein solcher der Arbeitskollegin B.B. gehörte. Daraufhin sind sie weiter gefahren. Auf der Straße lag nun ein ausgerissener Jackenärmel, dafür war der Regenschirm weg. Sie drehten um und fuhren wieder zur Firma, da sie nun wussten, dass etwas passiert sein musste.

Daraufhin wurde ein Suchtrupp organisiert. Kurze Zeit später fand ein weiterer Arbeitskollege, ich nenne ihn jetzt mal H., aufgrund eines Geräusches (ähnlich dem, das von einem weglaufenden Reh stammt, lt. seinen Aussagen) in entgegengesetzter Richtung und ein Stück abseits der Straße einen leblosen Körper auf einer Wiese, der Kopf mit Heu abgedeckt war. Ein Regenschirm lag in unmittelbarer Nähe. Es war, wie schon vermutet, B.B. und sie war tot.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. Die verständigte Polizei und Kripo wussten nicht, welche Dienststelle für dieses Gebiet zuständig ist. Es waren welche von Gummersbach, aber auch von Meinerzhagen oder Lüdenscheid am Tatort. Ein Arzt, der die Leiche untersuchte, meinte, die Beamten sollten sich nicht nur auf ein Verbrechen festlegen, sondern es könnte auch ein Autounfall gewesen sein. Diese Vermutung erwies sich dann im Nachhinein für P. als großes Unglück.

H. wurde von einem Kripobeamten gefragt, ob er ihnen behilflich sei und mit ihnen fahren würde, da sie die Gegend nicht kannten. H. meinte daraufhin, dass er nicht aus der Gegend stammt und sie doch besser Herrn P. Z. mitnehmen sollten, da er in Rönsahl wohne, was dann auch so geschah. Dann kam wohl eine Durchsage, dass ein flüchtendes Fahrzeug Richtung Ohl unterwegs war. Sie nahmen dann die rasante Verfolgung auf, doch der Flüchtende entkam. Doch genau dieser Kripobeamte aus Gummersbach sagte später bei Gericht als Zeuge aus, dass ihm Herr P. Z. von Anfang an verdächtigt vorgekommen sei, da er auf ihn eiskalt und berechnend gewirkt hätte. Daraufhin hätte er dann Herrn P. Z. extra mit ins Auto genommen, damit er nicht fliehen konnte.

An den folgenden Tagen wurden dann die Autos von mehreren verheirateten und unverheirateten Männern aus Rönsahl und Marienheide durch die Kripo nach Spuren untersucht. Auch das von P.. Er war gerade mit S., seiner ersten Frau, in Kierspe zum Einkaufen bzw. sie war einkaufen und er war bei seinen Eltern, als die Kripo dort auftauchte und ihn „bat“, sein Auto zu einer benachbarten Tankstelle zu fahren, damit sie es auf einer Hebebühne nach Spuren untersuchen könnten. P. teilte ihnen mit, dass er schon eine oder zwei Flaschen Bier getrunken hätte, aber sie meinten, dass er mit seinem PKW hinter ihnen herfahren sollte – wohlgemerkt, die Kripobeamten haben ihn aufgefordert, mit Alkohol am Steuer zu fahren!!!

Sie fanden, wie zu erwarten war, nichts, außer seinen Angelutensilien im Kofferraum, an denen auch Fischblut war. Diese wurden beschlagnahmt. Bin mir aber jetzt nicht sicher, ob an diesem Tag oder später!

An diesem Tag, (soweit ich es noch in Erinnerung habe), kam es diesbezüglich auch zu einem Gespräch mit seinem Schwager aus Meinerzhagen und auch mit dessen Bekanntem, der Rechtsanwalt in Kierspe war. P. sollte wohl nichts mehr ohne Anwalt sagen, falls die Kripo ihn nochmals befragen sollte. Diesen Rat hatte er jedoch nicht ernst genug genommen, wieso auch, er hatte ja nichts gemacht - nur etwas beobachtet, wodurch dann eine Tote gefunden wurde.

Mittwoch- oder Donnerstagmorgen vor Weihnachten, ich glaube, es war noch vor der Frühstückspause oder kurz danach, kam die Kripo und nahm Peter mit. Aus irgendeinem Grund – Vorahnung - habe ich nachmittags, nachdem P. immer noch nicht zurück war, zu unserem Meister Herrn P. gesagt, dass P. das nicht durchstehen würde. An diesem Tag kam P. auch nicht mehr wieder.

Blöd daran war: Es hatte niemand P. Frau Bescheid gegeben, dass er von der Kripo abgeholt worden war und sie konnte deshalb nicht entsprechend handeln und den Anwalt anrufen. Sie erfuhr erst davon, als P. abends von der Kripo nach Hause gebracht wurde.

Was sich wieder als großes Unglück für P. erwies.

 

P. erzählte mir dies alles später:

Während des Verhörs kam es dann zu einem Geständnis, so einem, wie es den Kripobeamten in den Kram passte. Ihm wurde u.a. der Telefonhörer aus der Hand geschlagen, als er zum Telefon griff, um zuhause anzurufen, ja auch wegen des Anwalts. Also, ihm wurde nicht der berühmte Anruf bei einem Anwalt angeboten, sondern das wurde ihm verweigert. Auch bekam P. Bier von den Kripobeamten wähend des Verhörs zu trinken!!!

S. hat mir dann mal später erzählt, dass sie sich gewundert hatte, dass Peter unter Alkoholeinfluss nach Hause gekommen sei, da er doch von der Kripo nach Hause gebracht wurde und er nicht aus der Kneipe gekommen sei.

Die Kripobeamten hatten mit ihm leichtes Spiel. Natürlich haben sie sofort bemerkt, dass er sehr labil war und ihn dann mit ihren Verhörmethoden so unter Druck gesetzt, dass er ein Geständnis gemacht hat, so wie es in die Vorstellung der Kripobeamten passte. Hatte er etwas erzählt, was sie nicht hören wollten, haben sie ihn angeschrien, dass es so nicht sein könnte. Oder sie haben ihm gesagt, wenn er jetzt ein Geständnis machen würde, könnte er nach Hause und käme mit einer Bewährungsstrafe weg. Sie gingen zu dieser Zeit ja von einem Autounfall aus und er wäre auch über Weihnachten zuhause. Wenn er kein Geständnis machen würde, käme er über Weihnachten in Untersuchungshaft.

P. erzählte mir auch, dass er sich vorgenommen hatte, Weihnachten nochmal mit seiner kleinen Tochter zu verbringen und sich dann im neuen Jahr von seiner Frau zu trennen, um dann zu mir zu ziehen. Um nach Hause zu kommen, hatte er das Geständnis gemacht.

Die Kripobeamten brachten ihn dann auch noch zu einem Staatsanwalt, wo er sein Geständnis wiederholen musste.

Am gleichen Abend hat er sein Geständnis bei dem Anwalt, also dem Bekannten von seinem Schwager, widerrufen. Das nächste Unglück war dann, dass sich genau dieser Anwalt einen Tag später und ohne das Wissen von P. mit dem Staatsanwalt zusammen getan hat und diese beiden dann abgesprochen haben, den Widerruf nicht offiziell zu machen und so haben sie ihn dann auch auf der Pressekonferenz, die an diesem Tag stattfand, als Täter öffentlich bekannt gegeben und natürlich auch nichts von Peters Widerruf erwähnt. Für sie war es wichtig einen Täter vorweisen zu können, egal ob schuldig oder nicht schuldig, denn so mussten sie nicht weiter ermitteln.

Dass dieser Anwalt P. Geständnis nicht offiziell widerrufen hat, haben wir erst viel später erfahren. Ist schon wirklich „ein dickes Ding“, dass sich ein Verteidiger mit der Staatsanwaltschaft zusammen tut und sich damit gegen seinen Mandanten stellt – und vor allen Dingen ohne dessen Wissen.

P. wechselte dann den Anwalt. Dieser wurde ihm empfohlen. Er hatte in Wuppertal eine Kanzlei. Ich habe P. ein- oder zweimmal nach Wuppertal gefahren, da man ihm ja auch noch den Führerschein abgenommen hatte. Dann zog P. plötzlich zu mir und dieser Anwalt meinte, wenn er jetzt von zuhause ausziehen würde, würde er wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet und in Untersuchungshaft kommen. Daraufhin zog er wieder zu seiner Frau, doch er hielt es dort nicht lange aus und war dann schnell wieder bei mir.

Seine Frau erzählte dann auch noch in Rönsahl, dass wir die Tat zusammen verübt hätten – okay, ich kann sie ja verstehen.

Dieser Anwalt glaubte ihm dann auch nicht und meinte, er solle die Tat zugeben, dann käme er wegen fahrlässiger Tötung wahrscheinlich mit ca. 2 Jahren auf Bewährung davon. P. war mit seinen Nerven total am Ende.

Dann bekam er von Karl Otto B. den Tipp, sich an den Rechtsanwalt Leipold in Bochum zu wenden. Dieser glaubte ihm, nachdem er die Akten eingesehen hatte, sofort.

Dieser Anwalt hatte so seine Verbindungen (in Köln würde man „kölsche Klüngel“ sagen und das heißt in etwa übersetzt: „Man kennt sich, und man hilft sich“. Und so kam er mit einem befreundeten Staatsanwalt zu einem Ortstermin. Der Staatsanwalt muss wohl über die Art und Weise der Ermittlungen von Kripo und Staatsanwaltschaft den Kopf geschüttelt haben und noch einiges mehr, was ich aber hier nicht veröffentlichen möchte. Auch hatte er den Leiter eines rechtsmedizinischen Instituts parat, der laut den Obduktionsakten beweisen und auch aussagen konnte, dass dies kein Unfall, sondern Mord gewesen war. Die Mordwaffe sei ein sogenannter „Engländer“ gewesen, eine Art Schraubenschlüssel, den Autoschlosser brauchen. Alle Indizien, die angeblich gegen Peter sprachen, hätte er widerlegen können. Möchte jetzt nicht in alle Einzelheiten gehen, da es u.a. eine blutige Angelegenheit wäre, aber auch schon wegen meiner Achtung gegenüber B., dem Opfer.

 

B. Mutter war von der Unschuld Peters stets überzeugt – sie war 1981 auch auf unserem Polterabend und auch die einzige aus Rönsahl, die meine sterbende Mutter im Krankenhaus besucht hat. Sie war nur sauer auf P., dass er ein Geständnis gemacht hatte und dadurch keine weiteren Ermittlungen stattfanden, u.a. ja auch, weil P. erster Anwalt das Geständnis nicht widerrufen hat, was sie auch erst später erfahren hatte. Sie hatte öfters bei der Kripo angerufen, weil sie noch Hinweise geben wollte, doch dort haben sie sie immer nur am Telefon abgefertigt, u.a. mit dem Argument, dass sie ja schließlich den Täter hätten.

 

So kam es 1979 zur ersten Gerichtsverhandlung beim Amtsgericht Lüdenscheid, wo P. frei gesprochen wurde – also ein richtiger Freispruch, nicht wegen Mangels an Bewiesen.

Ich war natürlich auch sehr aufgeregt wegen des Urteilsspruchs, doch einer der Beisitzer (Richter) gab mir bei einem direkten Augenkontakt, es war der einzige, zu verstehen, dass alles gut ausgehen würde. Ich denke, dass so etwas nicht die gängige Praxis ist ;-)

Der Richter lehnte Leipolds Antrag auf Vertagung und die Anhörung eines weiteren Gutachters, also des Leiters des rechtsmedizinisches Instituts, ab und fragte, wieso wir ihn nicht selbst als Gutachter bestellt hätten. Naja, Herr Leipold meinte halt, dass Herr Z. nicht Herr Karstadt hieß, eben wegen des Geldes. Ihnen reichte wohl die Aussage des Gutachters, der P. Wagen nochmals nachträglich bei uns untersucht und nichts gefunden hatte. Da er ja die Verletzungen von B. und P. Aussagen kannte, wusste er natürlich genau, an welche Stellen am Auto er suchen musste. Er sagte uns, dass man ein Auto nicht so sauber machen könnte, dass man nichts mehr finden würde.

 

Kleine Zwischeninfo zum sogenannten Unfallhergang lt. Kripobeamten / Ermittlungen:

B. befand sich an besagtem Morgen vor 7 Uhr auf der für Autos nicht zugelassenen und sehr schmalen Straße auf dem Weg zur Arbeit. Um einem vorbeikommenden Auto Platz zu machen, sei B.B. rücklings ganz zum Rand der Straße gegangen und dann wäre sie ausgerutscht oder gestolpert und rückwärts hingefallen - und man höre und staune - mit dem Kopf auf die Straße und mit dem restlichen Körper die direkt an der Straße endende sehr steile Böschung hinauf und dann wäre das rechte Vorderrad nur über ihren Kopf gerollt, da sie ja mit ihrem Körper, den Beinen und Füßen nach oben gefallen sei.

Der Platz zwischen Auto und Böschung war nur minimal und der Körper musste die Böschung rauf gefallen sein, weil er sonst vom Auto überrollt worden wäre. Der Körper wies weder Spuren von einem Überrollen noch von einem Zusammenprall mit einem Auto auf. Nur der Kopf hatte Verletzungen. Der Autofahrer hätte sie nicht sehen können, weil sie sich auf der rechten Seite in einer Rechtskurve am äußeren Rand der Straße und außerhalb des Lichtkegels befand.

 

Der leitende Oberstaatsanwalt Dr. R. aus Hagen war bei dieser Verhandlung nicht anwesend.

Doch genau dieser legte dann Berufung ein, und so kam es 1980 dann beim Landgericht Hagen zu einer neuen Verhandlung, die auf 3 Tage anberaumt war. Kurz vorher fuhren wir dann nochmal zu Herrn Leipold nach Bochum, um nochmal alles zu besprechen. An diesem Tag hörte der Anwalt dann zum ersten Mal, dass Peters erster Anwalt das Geständnis nicht widerrufen hatte – Mensch, war der sauer.

 

Eine Frau aus Rönsahl, die auch als Schöffin tätig und hier mit als Zuschauerin war und den Richter kannte, erzählte mir, dass der Richter in Pension ginge und dies sein letzter Fall wäre und dass er sehr gewissenhaft sei. Ich war erst einmal skeptisch, doch sie sollte – Gott sei Dank - Recht behalten.

Es kamen noch einige Dinge ans Tageslicht, wie z.B. am 2. Tag, denn 2 Kripobeamte sagten aus - sie waren bei der ersten Verhandlung nicht als Zeugen da - dass sie am Tag der Obduktion noch einmal zum Tatort gefahren seien, da ihnen ein nicht vorhandener Stock o.ä. keine Ruhe gelassen hätte. Und zwar war in direkter Nähe der Leiche eine längliche Vertiefung in der Wiese. Ich glaube, der Kopf der Toten lag sogar darauf. Ich bin mir diesbezüglich aber nicht mehr 100%tig sicher. Das Gras in dieser Vertiefung war auch sehr hell und immer noch niedergedrückt, was darauf hindeutete, dass bis kurz vorher noch etwas darauf gelegen hatte und jetzt weg war. Die beiden suchten die Gegend ab, auch in entgegengesetzter Richtung, und fanden dann einen Stock, der genau in diese Vertiefung passte, den sie dann sofort nach Hagen zur Obduktion bei der Rechtsmedizin brachten. Die Gerichtsmediziner meinten dann nur, dass es sich um einen Autounfall handelte und der Stock ist dann - ohne dass er untersucht worden ist – im Mülleimer entsorgt worden. Dies wurde jedoch in keiner Akte erwähnt und der Richter und der Beisitzer wurden langsam sauer auf die Art und der Schlamperei bei der Ermittlung. Daraufhin wurde erst einmal Mittagspause gemacht und die Kripobeamten und der leitende Staatsanwalt Dr. R., der an diesem Tag überhaupt das erste Mal bei einen der Gerichtsverhandlungen anwesend war, setzten sich in der Kantine des Gerichts öffentlich zusammen und diskutierten darüber, was sie jetzt über diesen Stock sagen könnten. Ein Reporter saß an unserem Tisch, schüttelte mit dem Kopf und meinte, dass er so etwas im Laufe seines Berufes noch nie gesehen hätte, dass sich die Staatsanwaltschaft mit den Zeugen öffentlich darüber beraten, was sie vor Gericht sagen werden.

Auf jeden Fall haben sie dann zugegeben, dass dieser Stock die mögliche Tatwaffe hätte gewesen sein können, denn mittlerweile war wohl allen klar, dass es wohl kein Unfall war.

Irgendwann an diesem zweiten Verhandlungstag hatte ich ganz kurz Augenkontakt mit einem der Schöffen und dieser gab mir zu verstehen, dass alles gut ausgehen würde – wie schon bei der ersten Gerichtsverhandlung in Lüdenscheid. Zufall – nein, denn Zufälle gibt es nicht!

Auch merkte man den Richtern deutlich an, dass sie nun auf der Seite von Peter standen. Dann meinte der Richter zu dem Oberstaatsanwalt Dr. R., dass es doch jetzt an der Zeit wäre, die Berufung zurück zu ziehen. Nach kurzer Pause kam der Oberstaatsanwalt dieser Aufforderung auch nach. Seine Begründung, wieso er nach dem Freispruch in Berufung gegangen sei, lautete, er hätte nur gewollt, dass der Fall nochmal richtig durchgegangen würde.

 

Peter hat nie offiziell etwas darüber gesagt, weder vor Gericht noch bei seinen Anwälten, dass er Alkohol bei der Vernehmung bekommen hat!

Und welch Zufall, nach der sogenannten schnellen „Aufklärung“ gab es bei den Kripobeamten auch Beförderungen!

 

Das Ganze hat uns damals über 8000 DM gekostet. Rechtsschutz nutzt einem nur, wenn man schuldig ist. Der DAS-Rechtschutz hat dann, als alles vorbei war, aus Kulanz etwas bezahlt. Aber auch erst, nachdem eines Tages in der Mittagspause ein Mitarbeiter bei uns vor der Tür stand und sagte, dass unsere Versicherung bald abgelaufen sei und ob wir die Laufzeit verlängern würden? Nachtigall ick hör dir trapsen!!! Natürlich haben wir sofort verlängert! Der Mitarbeiter fragte uns dann, ob er mal anrufen könnte. Er teilte dann irgendjemanden mit, dass wir den Vertrag verlängert hätten. Kurz darauf bekamen wir dann ein Schreiben, dass die DAS aus Kulanz so und so viel bezahlen würde. Und was soll ich euch erzählen, wie hoch der Betrag war? Es war so viel, wie über die gesamte Vertragslaufzeit insgesamt an Beiträgen eingezahlt wurde. So werden Versicherungen gemacht ;-)

 

Als viele Jahre später in Rönsahl wieder eine Frau ermordet aufgefunden wurde, wurde natürlich auch dieser Fall wieder in der Zeitung erwähnt. Zu dieser Zeit war ich schon mit Werner, meinen jetzigen Mann, zusammen. Meine Freundin Petra aus Rönsahl rief mich an, erzählte mir davon und ich kaufte mir direkt die Bild. In etwa stand da über P., dass man ihm damals ja die Tat nicht hätte nachweisen könne, so nach dem Motto – Freispruch aus Mangel an Beweisen.

Daraufhin rief ich, natürlich stocksauer, den Bild-Reporter an. Er erzählte mir, dass er die Info über P.Z. und den damaligen Fall so von der Kripo Gummersbach bekommen hätte. Und er fragte mich, da ich ja nicht mehr mit P. Z. verheiratet war, ob ich immer noch überzeugt wäre, dass er unschuldig sei? Natürlich bin ich das – auch heute noch!

Wie kann die Kripo eigentlich solche falsche Aussagen an die Presse weitergeben!?!?

 

 

Wenn mich heute jemand fragen würde, ob ich helfen würde, wenn jemand umgebracht o.ä. wird? Wenn ich ehrlich bin - nach diesem Erlebnis - ich weiß es nicht!!!

 

 

Jutta Vormann

 

...und all die vielen Namen die ich sonst noch habe und hatte

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